Das Grauen begann im November 2007. Nachdem ich nach dem Hausbau keine Lust mehr auf Baustelle hatte, dachte ich mir, zur Abwechselung bastelst du mal wieder an einer alten Karre rum. Lange Rede kurzer Sinn, es wurde ein Objekt der Begierde gesucht. Was könnte es werden? Mercedes G-Modell, Landrover Discovery, ?????????? Nach der Besichtigung einiger der genannten Modelle kam die Ernüchterung. Mercedes, viel Geld, viel Schrott. Landrover, interessant aber Alukarosse und Zollwerkzeug notwendig. So forschte ich weiter und stieß auf die Homepage: www.buschtaxi.de Kernthema dort, Toyota Landcruiser. Dort las ich erstmal viel im Forum und merkte bald, ein Landcruiser J4 wäre auch nicht schlecht. Vor allem die Optik gefiel mir sehr gut. So wurde gesucht: Im Bergischen Land wurde ich fündig und was soll ich sagen, bei der erstbesten Gelegenheit schlug ich zu. Es waren noch viele Teile dabei, das Auto fuhr und Blechdinge sind doch leicht selbst zu erledigen. Ha, ha, ha, aber lest selbst die folgende Geschichte

Hier die Ausgangsbasis. Ein Toyota Landcruiser BJ42. Baujahr 1981, 3,4 ltr. Diesel mit 90 PS. Technisch extrem robust und fast unkaputtbar, karosserietechnisch leider für unsere Breitengrade nicht ganz so geeignet. Daher sind leider (oder doch ganz gut) nicht mehr so viele davon auf Deutschland Strassen unterwegs. Für mich Grund genug so ein Teil wieder herzurichten und der
Wiederverwertung zu entziehen.

Nach dem Transfer auf eigener Achse fing ich sofort an den Wagen zu zerlegen.

Beim Zerlegen offenbarte sich das ganze Ausmaß des Übels. Der Vorgänger war ein wahrer Spachtelkünstler.

Die Karosserie bestand an vielen Stellen nur noch aus Glasfaserspachtel und Farbe. Alle rot grundierten Stellen waren bereits mehrfach gespachtelt. Auch sehr viele Schweißarbeiten waren in der Vergangenheit durchgeführt worden, diesen hatte der Zahn der Zeit aber bereits extrem zugesetzt.

Mit Hilfe des Montagekrans gestaltete sich das Abheben der Karosse als ein Kinderspiel.

So habe ich aus Platzgründen die Karosse kurzerhand unter die Decke gehangen.

Da ich mich zuerst dem Rahmen widmen wollte konnte die Karosse erstmal mit allen Armaturen Kabeln usw. unter der Decke bleiben.

Der Montagekran musste wieder ran um Motor und Getriebe zu entnehmen.


Achsen raus, wieder mit Hilfe des Montagekrans. Wer bastelt und Platz hat sollte sich so ein Ding anschaffen. Es ist jeden Cent wert.

Hier noch ein Spielzeug im Bild: ein Hi-Jack oder auch großer Wagenheber ;-) Für 25,- Euronen erstanden.

Hier Bilder des Rahmens, normale Materialstärke ca. 4mm. Bei diesem Modell an vielen Stellen noch 0mm.

Auch dieses Loch ist nicht normal. Auch die Haltelasche war wenig professionell angeschweißt.

Na einigem Überlegen trennte ich erstmal alle unbrauchbaren Teile aus dem Rahmen. Dies ist das Ergebnis.

Alle brauchbaren Teile verblieben und ein neuer Rahmen wurde darum aufgebaut. Konkret: Ich behielt nur die Fahrgestellnummer des Rahmens. O.K., auch die Aufnahmen der Blattfedern. Da ich mit dem Wagen noch einen 2. Rahmen erstanden hatte, war diese Entscheidung relativ einfach.

Also 2. Rahmen aufarbeiten und umbauen.

Hier die Teile die umgebaut ,bzw. erneuert werden mussten.


Inzwischen ist der 2.Rahmen repariert, die neuen Blattfederaufnahmen sind montiert und die Fahrgestellnummer ist eingesetzt. Hier ist der Rahmen komplett mit Fertan behandelt zu sehen. Dies ist ein, in Oltimerkreisen beliebter. Rostumwandler.

Hier ist der Rahmen bereits lackiert, und ist kein Vergleich mehr zum alten Teil.

Ein paar Impressionen.


Nach dem Rahmen sollten die Achsen dran glauben. Wie vorher schon musste erstmal der alte Schmocker aus Fett, Dreck, Unterbodenschutz, Wachs, etc. entfernt werden. Dies ist eine echt ätzende Aufgabe und wird mich noch öfter verfolgen. Die hellbraunen Stellen sind bereits vom dicksten Belag befreit. Schrauben, Bremsleitung und Sattel waren vorher kaum zu erkennen. Hier sieht man die komplett gekapselte Vorderachse.

Die Vorderachse habe ich komplett zerlegt und überholt. Leider habe ich mal wieder keine Bilder gemacht. Es war nämlich eine sehenswerte Angelegenheit mit viel Dreck und Fett.

Hier die bereits gereinigte und lackierte Hinterachse.

Nach den Achsen sollte die Karosserie dran glauben. Da ich um den Zustand wusste, wollte ich mir diese Restaurierung aus Zeitgründen ersparen. Hier sieht man den bereits nicht mehr originalen Radkasten mit komplett durchgerostetem Seitenteil. Ich hatte Glück und erstand in Bayern eine bereits gesandstrahlte Grundkarosse. Die alte Karosse konnte ich nach wenigen Schnitten mit der Flex leicht durchbrechen !!!!!!! und in kleine Portionen teilen.

Hier die aus Bayern geholte Grundkarosse. Da auch hier noch Arbeit nötig war habe ich mir ein Drehgestell zur Arbeitserleichterung gebaut .

Nach ein paar Schweißarbeiten sah die Karosse schon ganz gut aus. Hier sieht man die Sicken der originalen Radkästen.

Ohne Spachtelarbeiten ging es leider nicht, aber die Substanz darunter war auf jeden Fall gut und ich hatte deshalb keine Bauchschmerzen.

Noch ein wenig Karosseriedichtmasse auftragen und fertig ist sie zum Grundieren. Drehgestell sei Dank, können alle Stellen gut erreicht werden.

Hier die bereits grundierte und am Unterboden naß in naß lackierte Karosse.

    

Im 2. Schritt habe ich den Rest lackiert, so siehts nun aus.

   

Hier ein kleiner Zeitsprung, Habe vom Montieren des Rahmens mit Motor und Achsen leider kein Bilder. Auch die Hochzeit, dem Verbinden des Fahrgestellt mit der Karosse habe ich nicht auf Bildern festgehalten, Schande über mein Haupt. Aber für solch ein sentimentales Gehabe hatte ich eh keine Zeit :-) Karosse druff, Armaturen wieder montiert.

Wieder ein paar Impressionen.


Solche Details zu montieren macht immer richtig Spaß.

Die Kotflügel sind dran. Das Übliche, schleifen, schweißen, spachteln, schleifen.

Grundieren

Lackieren

Das gleiche Spiel mit Frontmaske und Seitenteilen.

So siehts montiert aus.



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